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Polizeiliche Repression führt zu mehr Drogentoten  (Archiv) 

Drogentote und Polizeirepression stehen in Zusammenhang (Foto: SLedermann)
Archiviert: 17.02.2010
In den 90er Jahren erreichten Heroinkonsum und Drogenmortalität in der Schweiz ihren bisherigen Höhepunkt.


Eine der Ursachen für die vergleichsweise hohe Anzahl an Drogentoten liegt in der polizeilichen Repression, wie Carlos Nordt und Rudolf Stohler von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich aufzeigen. Angesichts des damals intensiven Vorgehens gegen offene Drogenszenen und Heroinkonsumenten wurden 30 Prozent mehr Todesfälle registriert. Behandlungsmethoden mit Methadon und Heroin hätten die Rate schließlich um den Faktor vier gesenkt.

"Im Zusammenhang zwischen polizeilicher Repression und Drogenmortalität besteht ein Teufelskreislauf", erklärt Nordt. Dem Experten zufolge ist die Anzahl der Drogentoten unmittelbar mit der Anzahl polizeilicher Verzeigungen verknüpft. "Daran wird der Druck deutlich, der auf Drogenkonsumenten ausgeübt wird", meint Nordt. Der Behandlungseffekt sei jedoch erwartungsgemäß groß, so Nordt. Anders als etwa in den 90ern befänden sich mittlerweile mehr als 50 Prozent der Konsumenten in Behandlung.

Mehr Drogentote führen zu polizeilicher Repression

Die Beziehung zwischen Polizeirepression und Drogenmortalität kann den Experten zufolge zumindest zum Teil kausal sein. Ihren Berechnungen nach war das Vorgehen der Behörden gegen Heroinkonsumenten in den 90ern doppelt so intensiv wie in der Zeit davor und danach. Gleichzeitig stieg die Zahl der Drogentoten auf Rekordniveau. Allein 1992 wurden nach einem deutlichen Anstieg seit 1975 über 400 Opfer registriert. Seit 1998 schwanke die Zahl um rund 190 Fälle. Behandlungsmethoden hätten die Anzahl der Drogentoten etwa um den Faktor vier reduziert. In anderen Ländern sei man zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Den Experten zufolge beeinflusst die Zahl der Drogentoten ebenso die Arbeit der Polizei wie umgekehrt. Die Zahl der Verzeigungen wegen Heroinkonsums eines jeweiligen Jahres werde durch die Zahl der Drogentoten zwei Jahre zuvor bestimmt. Drogenmortalität sei somit ausschlaggebend für den Grad des gesellschaftlichen und politischen Drucks auf die Polizei, das Drogenproblem zu bekämpfen. Das Ziel, offene Drogenszenen zu beseitigen, sei zwar erreicht worden. Andere Ziele der Repression - etwa die Verfügbarkeit von Heroin zu minimieren oder den Preis dafür hoch zu halten - blieben hingegen unerreicht.

redo1, 03.02.2010

Thema: k.D.

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